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Der "Fall Dr. Reinhard Munzert"


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3. Sept.: Anruf von Jo Conrad
Ich habe heute mit Dr. Munzert telefoniert und er erzählte mir, daß erseit April 2001 merkte, daß seine Wohnung offenbar mit Mikrowellen bestrahltwurde. Man würde es bemerken, indem man Geräusche hört, als wären der Computer,Kühlschrank usw. an, aber mit größerer Intensität, also auch nachts, wenneigentlich alles ruhig ist. Außerdem fühlt man sich sehr unwohl und möchte amliebsten fliehen. Er befaßte sich weiter mit der Thematik und hat herausgefunden, daß esMikrowellenwaffen gibt, die wahrscheinlich auch im angepeilten Irak-Kriegangewendet werden sollen. Z.B. könne man unterirdische Kommandozentralen damitbestrahlen. Es gibt einen „anti-electronic“ und einen „anti-person“-Einsatz.Elektronik kann man stören durch einen Elektromagnetischen Puls und Menschendurch Bestrahlung krank machen und evtl. töten. Dies hängt von der Art undDauer der Bestrahlung ab. Man kann gepulste oder ungepulste Strahlen verwenden.Eine Dauerbestrahlung gab es schon mal, als die Russen die US-Botschaft inMoskau bestrahlten und man das erst feststellte, nachdem immer mehrBotschaftsangehörige krank wurden.Dr. Munzert wollte auf einem Kongreß „Electromagnetic terrorism“ , derauf www.infowar.comangekündigt ist, am 6.9. einen Vortrag halten mit dem Titel „targeting thehuman with directed energy weapons“. Durch seine Zwangseinweisung kann erdiesen Vortrag möglicherweise nicht halten. Ich habe auch mit Dr. Braunwarth telefoniert, der das Gutachtenerstellte, daß zu der Einweisung führt, der jedoch nicht bereit war, darüber zusprechen, angeblich wegen der Schweigepflicht. Er verwies mich an diePressestelle, bei der ich jedoch auch noch niemanden erreicht habe.Ich schlage vor, daß sie viele Leute ständig nach Dr. Munzerterkundigen, um ihn zu schützen.Dr. Braunwarth hat die Telefonnnummer 0911-3982829, die Pressestelledes Klinikum Nürnberg 0911-3985026, Zuständig Herr Petrich.


Habe gerade (16:00 Uhr) mit Dr. Munzert telefoniert.
Es gibt nichts neues von seiner Seite zu berichten.

Folgende Informationen habe ich auf Nachfragen noch von ihm erhalten:

Die Messungen der Mikrowellenbestrahlung seiner Wohnung hat Dr. Munzert mit drei verschiedenen, z.T. wohl sehr hochwertigen
Hochfrequenzmeßgeräten der Firma Ariona (oder so ähnlich) vorgenommen.

Verantwortlich dafür, daß Dr. Munzert keinen Besuch ausser seiner Lebensgefährtin und seinem Anwalt empfangen dürfe, sei Prof. Schneider von der Klinik. Tel. (09131/7530. Weiterverbinden lassen) Als ich versuchte, ihn zu erreichen, war er nicht da.

Der "Betreuer", von dem immer wieder die Rede ist, sei ein Herr Messerer, der bereits im April 2001 von Richter Althoff als Betreuer für Herrn Dr. Munzer bestellt worden sei. Die Qualifikation dieses Herrn Messerer war Dr. Munzert nicht bekannt. Er habe laut eigenem Bekunden alle Studiengänge abgebrochen. Warum Richter Althoff gerade diesen Herrn als Betreuer bestellt hat, ist eine interessante Frage. Dr. Munzert erzählte, daß Herrn Messerer alle 4 bis 5 Wochen angerufen habe, bevor er bei Richter Althoff die Zwangseinweisung beantragt habe, jedoch 2 Monate lang überhaupt nicht.

Der Vortrag, den Dr. Munzert beim Kongress in den USA halten wollte, lautet: "Targeting the human with directed energy weapons". Der Vortragstext liegt übrigens dem Veranstalter bereits vor und könnte auch in Abwesenheit von Dr. Munzert verlesen werden.

Die stellvertretende Landrätin hatte angekündigt, Dr. Munzert besuchen zu wollen, allerdings wurde Dr. Munzert von der Klinik auf Nachfrage mitgeteilt, daß man sie nicht einlassen dürfe.

Der Anwalt von Dr. Munzert sei gerade in Urlaub, vielleicht sollte man doch nochmal aktiv anwaltliche Unterstützung ins Auge fassen. Die einzige Person, die ihn im Moment besuchen kann, ist also seine Lebensgefährtin.

Herr Dr. Munzert hört sich weiterhin geistig sehr präsent an.


21:00 Uhr
Ein Bekannter hat heute auch mit Dr. Munzert telefoniert. Demnach hatt Dr. Munzert bereits eine Vorsorgevollmacht unterschrieben, die Vollmacht lautet auf seine Lebensgefährtin. Der "Betreuer" habe sowieso keine richtige Vollmacht und wäre auch rein rechtlich nicht in der Lage gewesen, irgendwas zu beantragen oder zu verfügen.

Was Dr. Munzert am nötigsten braucht, ist ein kompetenter Anwalt (der seine ist ja in Urlaub......).

Und er ist unterwegs!


5. Sept. 2002 Telefongespräch mit Richter Althoff - ein kleiner Einblick in das System

Herr Althoff war durchaus gesprächsbereit, wobei er sich jedoch immer wieder bezüglich Details auf seine Schweigepflicht zurückzog. Was ja durchaus vernünftig und nachvollziehbar ist, wenn er nicht uferlos über seine ihm anvertrauten Klienten klatschen will. Allerdings könne Dr. Munzert ihn von seiner Schweigepflicht entbinden, wenn auch nur mit Einwilligung des Betreuers. Betreuer wäre zur Zeit eine Frau Schäfer, da Herr Meserer in Urlaub sei.

Interessant, was er mir über diese Betreuer erzählt hat. Betreuer werden unter gewissen Umständen von Vormundschaftsgerichten als Vormund bestellt. Ein bestimmtes Berufsbild für diese Personen gäbe es nicht. Viele hätten Sozialpädagogik studiert, manche aber auch nicht.

Auf meine Frage, wie er denn diese Betreuer kennenlerne, meinte er, die würden sich hin und wieder bei ihm vorstellen. Kürzlich wäre jemand dagewesen, der sehr gut italienisch kann und deshalb für italienischsprechende Probanden in Frage käme. Es kann also mehr oder weniger JEDER zum Vormundschaftsgericht gehen und sich als Betreuer anbieten. Es findet zwar eine Überprüfung des polizeilichen Führungszeugnisses statt, sonst sind aber wohl keine speziellen Qualifikationen notwendig.

Leider habe ich vergessen ihn zu fragen, ob er auch von den psychiatrischen Kliniken Betreuer empfohlen bekommt, denn das ist ja naheliegend, da die Psychiater auf Kooperation der Betreuer angewiesen sind, sonst sind viele ihrer "Kunden" schneller wieder weg, als sie gucken können. Und die Betreuer haben nur so lange einen Job, wie die betreuten Personen sie "brauchen".

Ach ja, das Sahnetüpfelchen auf der Torte ist, daß die "betreuten" Personen, also die Opfer der Zwangsbehandlungshaft, die Betreuer aus eigener Tasche zahlen müssen, es sei denn sie könnten es aufgrund ihrer Vermögensverhältnisse nicht.

Eine zwangsweise verordnete Elektroschockbehandlung von Dr. Munzert könne er sich in diesem Falle nicht vorstellen, das gebe es, obwohl erlaubt, kaum noch, und nur in extrem schwierigen Fällen.

Beim Gespräch brachte er Beispiele aus seiner Praxis, z.B. von Leuten, die Stimmen hören oder meinten, der Teufel rede mit ihnen, und die zu ihrem eigenen Schutz behandelt werden müßten, bevor es schlimmer würde. Auf meine Bemerkung, daß man nach diesen Kriterien sämtliche Mystiker der christlichen Geschichte zwangsbehandeln müsste, war er nicht abgeneigt, dem zuzustimmen. Er zögerte, als ich ihn fragte, ob er Atheist sei, oder Materialist, aber so recht widersprechen mochte er auch nicht.

Der Fall von Dr. Munzert ist demnach nicht schwierig genug für eine Elektroschockbehandlung, aber immerhin so schwerwiegend, ihm Freiheitsentzug, Körperverletzung durch Zwangsbehandlung und die Gage der Verantwortlichen zuzumuten. Und diejenigen, die ihn mit Hilfe eines Richters unter ihrer Mache haben, verdienen an ihm - solange er "krank" ist.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Stand der Psychiatern und der Betreuer scheint naheliegend, schließlich brauchen sie einander. "Interessenskonflikt" nennt man sowas, glaube ich. Wo aber kein Interesse an dem "betreuten Kranken" selber, da kein Konflikt, will mir scheinen.

Schöne neue Welt? Nein, Realität.


5. Sept. Nachtrag: Richter Althoff erwähnte, daß nicht nur Dr. Braunwarth, sondern auch der Leiter des Gesundheitsamtes involviert sei. In welcher Form genau, wollte er nicht sagen, aber vielleicht kann ja mal jemand den Herrn interviewen.

Und die Lebensgefährtin von Dr. Munzert sei als Betreuungsperson abgelehnt worden. Warum, wollte er nicht sagen. Heute hat auch Karla bei Dr. Munzert angerufen


6. Sept. 2002: Telefonat mit Dr. Munzert

Folgende Neuigkeiten: Heute hat man Dr. Munzert in einen anderen Raum zitiert, er sagt, 7 Leute standen um ihn herum, 2 Ärztinnen, 4 Pfleger und eine Pflegerin. Man habe ihm eröffnet, daß er heute, am 22. Tag seines Hungerstreiks, wenn er nicht esse, zwangsweise mit Psychopharmaka behandelt und zwangsernährt würde. Dr. Munzert bezeichnete dies den Ärzten gegenüber als Kunstfehler. Dieserer massiven Erpressung mußte er jedoch nachgeben. Heute isst er also wieder. Ausserdem wurde ihm gegen seinen Willen Blut abgenommen, um seinen Zustand zu untersuchen.

Dr. Munzert las mir aus dem Gutachten von Dr. Braunwarth vor. Darin wird zugegeben, daß keine Fremd- oder Selbstgefährdung vorliege, daß er jedoch den Verdacht habe, daß die Schizophrenie von Dr. Munzert sich verschlimmern könne, wenn er nicht mit Psychopharmaka behandelt würde. Diese Gefahr sei jedoch nicht wissenschaftlich abgesichert und würde derzeit in Expertenkreisen diskutiert...

Ergo: Das Gutachten von Dr. Braunwarth enthält einen Verdacht ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Der von Richter Althoff bestelle "Betreuer", ein Herr Messerer, hat aufgrund dieses verdächtigen Gutachtens die Zwangsbehandlung von Dr. Munzert beantragt. Und Richter Althoff hat daraufhin eine verdächtige Zwangsbehandlung angeordnet. Inzwischen ist Herr Messerer aber "verschwunden", bzw. in Urlaub. Die Vertretung von ihm, eine Frau Elsbeth Schaefer aus Erlangen, Killinger Str. 86, habe Dr. Munzert gestern das erste Mal gesehen (die Telefonnummer wollte er mir nicht geben, da er ihr gegenüber im Wort stehe, aber ich habe sie aus dem Telefonbuch heraussuchen können). Sie machte auf ihn einen netten, aber den Ärzten gegenüber hörigen Eindruck. Am Montag würde sie ihn wieder besuchen.

Obwohl Dr.Munzert eine auf seine Lebensgefährtin lautende Vorsorgevollmacht ausgefüllt hatte, hat Richter Althoff sie nicht als "Betreuerin" akzeptiert, da sie "in sein Wahnsystem eingebunden" sei. Bisher hat seine Lebensgefährtin keine psychiatrische Vorgeschichte.

Die Logik dahinter: Jeder, der Dr. Munzert ernst nimmt, ist in sein Wahnsystem eingebunden und damit in letzter Konsequenz ebenfalls schizophren und fällig für eine Zwangspsychiatrisierung. Psychiater als Richter über das, was als "Realität" zu gelten hat?

Ausserdem habe ich gerade Frau Schaefer, die derzeitige "Betreuerin" von Dr. Munzert, angerufen. Sie lehnte jede Verantwortung ab, die Ärzte wüssten schon, was sie tun und sie könne auch nicht darüber bestimmen, wer Dr. Munzert besuchen darf und wer nicht. "Alle wollen Dr. Munzert doch nur helfen und verhindern, daß seine Krankheit sich verschlimmert und er bald wieder arbeiten kann", war ihre Grundaussage. Sie selber könne kaum etwas machen und habe ja auch fachlich keine Ahnung. Ja, Dr. Munzert machte bei ihrem gestrigen Besuch keinen guten Eindruck auf sie, er wirkte ihrer Meinung nach zerfahren und unkonzentriert. (Eine Beobachtung, die ich aufgrund meiner telef. Gespräche überhaupt nicht bestätigen kann). Nun, wenn ich in der Lage von Dr. Munzert wäre, dann wäre ich wohl auch ein klein wenig nervös... :-/

Auf meine Frage nach ihrer Tätigkeit sagte sie, sie sei seit 8 Jahren beruflich als Betreuerin von entmündigten Menschen tätig und habe auch viele Fälle zu bearbeiten. Als ich fragte, wie man denn Betreuer würde, wurde es ihr zuviel und sie brach das Gespräch ab. Frau Schaefer machte eigentlich keinen "mutwillig bösen" Eindruck auf mich, eher scheint sie eine Frau zu sein, die das psychiatrische System, das sie ja letztlich ernährt, noch nie hinterfragt hat. In ihren Augen erhalten Zwangspsychiatrisierte von den Ärzten Hilfe gegen ihre Krankheit.

Dann rief ich in der Klinik nochmal an, um nach dem verantwortlichen Arzt zu fragen. Eine Dame, die zwar meinen Namen aufschrieb, ihren aber nicht nennen wollte, meinte, sie brauche mir keine Auskunft darüber zu geben, wer darüber bestimmt, welchen Besuch Dr. Munzert erhalten darf. Offensichtlich wird man in der Klinik zunehmend nervös.

Richter Althoff habe ich dann nicht mehr erreicht, na ja, es ist ja schließlich Freitag nachmittag...

Von einem polizeilichen Gutachten über die Realität der von Dr. Munzert gemessenen Mikrowellenstrahlen könne keine Rede sein. Der Polizeibeamte, der sein Meßgerät (das er sich von der Fa. Diehl ausgeliehen hatte), wußte überhaupt nicht damit umzugehen und hatte so ein Gerät offensichtlich das erste Mal in seinem Leben in der Hand gehalten.

Dr. Munzert erwähnte, daß bereits seit ca. 16 Monaten versucht wurde, ihn zu psychiatrisieren.Der Leiter des Gesundheitsamtes, ein Medizinaldirektor Dr. Lederer und eine Frau Dr. Fleischmann hatten sich in einer sehr unguten und unredlichen Weise ihm gegenüber verhalten. Deswegen hatte Dr. Munzert eine Beschwerde beim Landgericht Führt angestrebt, der stattgegeben worden war. Der "Fall Munzert" hat also eine nicht unerhebliche Vorgeschichte.


9. September: Anruf von Jürgen F.


10. September: Anruf von Hans Tolzin.

Dr. Munzert wurde heute freigelassen!

Er dankt allen, die sich für ihn eingesetzt haben und ist voller Tatendrang.